Dein Unterbewusstsein, also dein Autopilot, bestimmt beim Thema Angst mit, welche Gedanken du hast, wie du dich verhältst und wie dein Körper reagiert. Letztendlich generiert dein Autopilot deine Angst. Nicht immer ist deine Angst angemessen. Häufig überschätzt dein Autopilot die Situation und du hast Angst in Situationen, denen du eigentlich gewachsen bist und gar nicht bedrohlich sind. Steckst du erstmal in dem Gefühl der Angst, versucht dein Autopilot diese Angst aufrechtzuerhalten. Natürlich um dich zu schützen. Wie dein Autopilot das macht, welche Rolle Vermeidung dabei spielt und wie du beim Umgang mit Angst wieder mitbestimmen kannst, zeigen wir dir.

Dein Unterbewusstsein versucht Angst aufrecht zu erhalten

Dein Autopilot gibt sein Bestes, deine Ängste aufrechtzuerhalten. Er möchte, dass du die Situationen weiterhin ernst nimmst. Darauf vorbereitet bist. Er meint es natürlich nur gut: er will, dass du dich nicht wieder in Gefahr begibst. Angst dient hier als Warnsignal für vermeintlich bedrohliche Situationen. Hat dein Autopilot zum Beispiel abgespeichert, dass schlechte Noten bedrohlich sind, kann es sein, dass er dich vor Prüfungen schützen will. Damit will der Autopilot vermeiden, dass du dich nochmal so wertlos und hilflos und klein fühlst wie damals, als dein Papa dir vielleicht gesagt hat, das er enttäuscht ist, dass du so schlecht in Mathe bist.

Dein Autopilot ist leider ganz ganz schlecht darin, die aktuelle Situation im Hier und Jetzt realistisch einzuschätzen und zu sehen, dass du ja gar nicht mehr das kleine hilflose Kind bist, sondern mittlerweile ganz schön erwachsen und erfolgreich. Hörst du nun aber auf dein Unterbewusstsein und vermeidest alle Prüfungssituationen, weil sie sich super unangenehm und blöd anfühlen, hat das zur Konsequenz, dass du dich immer weiter wie ein kleines hilfloses Kind fühlst. Obwohl du es gar nicht bist! Die Vermeidung ist also der entscheidende Faktor für die Aufrechterhaltung der Angst.

Vermeidung hilft deinem Unterbewusstsein Überhand zu gewinnen

Das gute Vorweg: Du musst deiner Angst nicht ausgeliefert gegenüberstehen! Dein Umgang mit Angst, liegt in deiner Hand! Eine häufig gewählte Möglichkeit ist dabei der „Weg des geringsten Widerstandes“. Du beginnst, angstbesetzte Lebensbereiche zu vermeiden. Das ist auf den ersten Blick auch super verständlich, schließlich fühlt sich Angst so richtig kacke an. Niemand mag das Gefühl der Hilflosigkeit und möchte die Kontrolle zu verlieren. Weil das so ist, vermeidest du wahrscheinlich lieber die Situationen oder Reize, die sowas in dir auslösen.

Die Kosten dafür sind allerdings ziemlich hoch. Erst die Vermeidung von angstbesetzten Situationen schafft es, dass deine Angst aufrechterhalten werden kann. Wieso? Weil du dir durch die Vermeidung die Möglichkeit nimmst, an der Realität zu überprüfen, ob deine schlimmsten Befürchtungen wirklich eintreten. Wirst du versagen? Wirst du abgewiesen?
Desweiteren nimmst du dir durch die Vermeidung die Möglichkeit, dich an unangenehme Situationen zu gewöhnen und ihnen so ihre Macht zu nehmen.

Schauen wir uns dazu ein Beispiel an. Stelle dir vor, du hättest Flugangst. Infolgedessen würdest du nicht in den Urlaub fliegen. Das redest du dir schön, da du ja so deinen ökologischen Fußabdruck verringerst. Dir fällt sogar ein, dass du schon mal im Allgäu wandern wolltest. So vermeidest du es zu fliegen und verstärkst damit deine Flugangst.

Umgang mit Angst Flug

Du überprüfst nicht, was dir tatsächlich während eines Fluges passieren könnte. Du machst nicht die Erfahrung, dass du wieder Boden unter die Füße bekommst. Die wohl größte Konsequenz deiner Angst liegt darin, dass du so anfängst, dein Leben immer mehr einzuschränken; dir selbst Optionen zu nehmen. „Nee – das geht ja nicht….da habe ich ja Angst vor“. Das scheint so verdammt nahe liegend und auf den ersten Blick hilfreich zu sein, ist es aber nicht.

Gewinne die Überhand im Umgang mit Angst zurück

Grenzt du immer mehr Lebensbereiche durch deine Angst ein, spricht man von der Angst vor der Angst. Aus Angst, dich nochmal so hilflos, klein und unwohl zu fühlen, suchst du erst gar keine Situationen mehr auf, in denen es dir so gehen könnte. So wirst du leider deine Angst nicht in den Griff bekommen. Die Vermeidung ist das Prinzip, welches es deiner Angst erlaubt, die Macht zu erlangen. Deine Angst vermag es, dir weiß zu machen, du kannst dies und das nun nicht mehr ausführen.

An dieser Stelle sei ganz klar gesagt: Doch das kannst du! Es geht darum, Dinge TROTZ deiner Ängste auszuführen. Dabei ist es ok, dass du dich in manchen Lebensbereichen so fühlen, wie du es tust. Es ist ok, auf dem Weg ins Flugzeug einen Kloß im Hals zu haben. Und es ist ok, vor einem Bewerbungsgespräch 5 mal aufs Klo zu flitzen. Es ist ok, vor dem ersten Date Schmetterlinge im Bauch zu haben. Du darfst das. Und du kannst trotz all dem diese Situationen aufsuchen. Du kannst trotzdem fliegen, trotzdem einen neuen Job bekommen und trotzdem daten. Und im Nachhinein merken, dass deine Angst nicht recht behalten hat. Du bist nicht abgestürzt, abgelehnt worden oder hast einen Korb bekommen. Und falls doch ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass all diese Dinge auch ohne deine Angst eingetreten wären.

Schaffe ich das wirklich?

Vielleicht wirkt es auf dich, als könntest du den Schritt noch nicht wagen, dich deiner Angst zu stellen. Sei behutsam mit dir. Frage dich zu Beginn, was ein erster kleiner Schritt auf dem Weg der Begegnung mit deinem Umgang mit Angst sein könnte und erlebe so, wie die Angst ganz langsam immer kleiner wird. Vermeidung abbauen kann schon damit beginnen, überhaupt Gedanken zulassen zu können, die sich mit der Frage befassen, was dir persönlich Angst macht.

Umgang mit Angst Frage

Oftmals neigst du vielleicht dazu, ein unangenehmes Gefühl wie Angst gleich beseitigen zu wollen. Du willst, dass sie einfach weg geht. Ein wichtiger erster Schritt kann jedoch sein, das Gefühl achtsam wahrzunehmen. Zu spüren, dass es da ist, zu fragen, was es dir mitteilen möchte, statt es direkt beseitigen zu wollen. Durch diese Art von Akzeptanz lernst du dich besser kennen und überlässt deinem Autopiloten nicht die alleinige Führung. Was möchte deine Angst dir sagen? Lerne dich durch diese Frage besser kennen! Lerne deine sensiblen Stellen kennen und die Themen, bei denen dich dein Umgang mit Angst in die Irre leitet. Wo ist sie wertvoller Begleiter und wo Hemmschuh? Wenn du beginnst, dir diese Fragen zu beantworten, kannst du es lernen, deine Angst als wichtigen Wegweiser zu nutzen, anstatt sie einfach nur los werden zu wollen.

Der Umgang mit Angst liegt in deiner Hand

Es ist wichtig zu verstehen, dass du deine Angst nicht in den Griff bekommst, in denen du angstauslösende Situationen vermeidest und deinem Autopiloten die Kontrolle überlässt. Sehe die Angst als nett gemeinten Versuch deines Autopiloten, dich zu schützen. Der allerdings jetzt unangebracht ist. Du brauchst dann ein wenig Mut, dich den Situationen zu stellen, die du normalerweise meidest. Es hilft, sich mithilfe von innerlichen Selbstgesprächen zu beruhigen.

Falls du es nicht alleine schaffst, solltest du dir definitiv unser Online-Coaching Angebot ansehen. Wir können dir auch beim Umgang mit Angst weiterhelfen.

Dein Autopilot bestimmt beim Thema Angst mit. Wie er das macht und wie du beim Umgang mit Angst wieder mitbestimmen kannst, zeigen wir dir.