Gefühle und Emotionen! Ein heikles Thema für den ein oder anderen. Ob du es willst oder nicht, deine Gefühle sind deine Hauptinformationsquelle über deine Bedürfnisse, Wünsche und über das, was dir gut tut und was nicht. Also wenn du dich vor deinen Gefühlen versteckst, dich dafür schämst oder diese völlig ignorierst, dann ignorierst du deine Bedürfnisse. Und das macht dich langfristig ziemlich unglücklich und unzufrieden. Wir zeigen dir in diesem Beitrag, wo der Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen ist, warum Gefühle so wichtig sind und wie du erkennen kannst ,ob du Gefühle unterdrückst.

Der Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen

Sobald man sich mit seinen Gefühlen beschäftigen möchte, stößt man schnell auch auf den Begriff Emotion. Und wenn man dann für sich kurz überlegt, was der Unterschied ist, kann man das erstmal gar nicht so genau sagen. Deshalb erklären wir dir das einmal kurz:

Die Begriffe Emotion und Gefühle werden häufig synonym verwendet, dabei sind Gefühle nur ein Teilaspekt von Emotionen. Emotionen sind eine akute Reaktion auf ein dir bedeutsames Ereignis. Wohingegen das Gefühl nur das bewusste Erleben ist, umfasst die Emotion mehrere Ebenen:

emotion gefühle kreis

  • das bewusste Gefühl
  • deine veränderte Bereitschaft zu handeln
  • körperliche Reaktion wie (Muskelanspannung, Herzrasen, Schwitzen,..)
  • dein Ausdruck wie Mimik, Gestik oder auch Tonfall
  • deine Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, dein Denken und auch deine Erinnerung

Viel mehr gibt es da gar nicht zu sagen. Wichtig ist nur, dass du dir merkst, dass zu deinen Emotionen noch viel mehr gehört als das bewusste Erleben. Dein kompletter Körper und dein Geist reagieren darauf. Wir werden in diesem Text beide Wörter synonym verwenden. Merke dir einfach, dass nun bei beiden Begriffen alle Ebenen mit inbegriffen sind!

Was bringen dir Gefühle?

Gefühle haben bestimmte Funktionen und helfen dir, dich zu orientieren. Sie geben Aufschluss darüber, was du brauchst (deine Bedürfnisse), wo deine Grenzen sind und was tun musst, damit es dir gut geht. Bei den körperlichen Bedürfnissen und entsprechenden Gefühlen ist das den meisten Menschen bewusst. Dein Durstgefühl z.B. signalisiert dir, dass du etwas trinken musst. Bei dem Bedürfnis auf Toilette zu müssen, bekommst du auch ein entsprechendes Dringlichkeitsgefühl und weißt, was zu tun ist. Neben den Gefühlen, welche auf körperliche Bedürfnisse hinweisen, gibt es auch Gefühle wie Angst, Scham, Peinlichkeit oder Stolz, die deine sozialen Bedürfnisse nach Liebe, Anerkennung oder Geborgenheit zum Ausdruck bringen. Um diese Art der Gefühle und Bedürfnisse geht es in diesem Beitrag. Denn mit diesen Gefühlen und Bedürfnissen wissen viele Menschen nicht umzugehen.

1. Gefühle motivieren dich und bringen dich dazu zu handeln

Gefühle sind für Menschen überlebenswichtig. Erst durch diese wird der Mensch dazu befähigt, auf Situationen und Ereignisse zu reagieren. Besonders in lebensbedrohlichen Situationen ist das überaus wichtig. Beispielsweise das Gefühl von Angst! Würden wir keine Angst spüren, wenn ein Löwe hinter uns steht, dann wars das! Nun gut, so häufig befinden wir uns heutzutage nicht mehr in solchen Situationen und dennoch verlangt uns unsere Umwelt eine Menge ab!

Andauernd wägt dein Autopilot ab, wie du einzelne Situationen einzuschätzen hast und was du am besten tun, denken und ausdrücken sollst, damit deine Bedürfnisse befriedigt werden. Das Gefühl, welches du dann bewusst erleben kannst, hat etwas damit zu tun, welche Bedürfnisse du in dir hast. Welche davon bedroht sind, welche befriedigt sind und welche eben noch nicht. Das führt dazu, dass du zu etwas motiviert bist und zielgerichtet handelst. Wäre alles in deinem Leben bedeutungslos und nichts würde ein Gefühl in dir auslösen, wärst du ziemlich planlos und aufgeschmissen. Dein reines logischen Denken reicht nicht aus, um dich für etwas zu motivieren.

2. Gefühle dienen der Kommunikation

emotionen gefühle kommikationDeine Emotionen dienen zudem der Kommunikation mit anderen Menschen. Da Emotionen Informationsträger deiner Bedürfnisse sind, gibst du diese Information direkt über deine Emotionen an dein Gegenüber weiter. Das ist besonders wichtig! Verbirgst du nämlich deine Gefühle deinem Gegenüber, dann hat dieser gar keine Chance, deinen Bedürfnissen entsprechend zu handeln. Wurdest du beispielsweise gerade verlassen und bist todestraurig und fühlst dich einsam (wodurch der Wunsch nach Kontakt ausgedrückt wird), zeigst das aber niemanden, dann kommt auch niemand auf die Idee, sich um dich zu kümmern. So bleibst du alleine mit deiner Traurigkeit, obwohl der Wunsch nach Kontakt und Trost da ist. Fühlt sich ziemlich unbefriedigend an.

3. Gefühle helfen dir, dich selbst und deine Bedürfnisse und Motive kennenzulernen

Wenn also Emotionen als Informationsträger für deine Bedürfnisse und Motive genutzt werden, kannst du diese ebenso nutzen, um dich selbst kennenzulernen. Das wiederum befähigt dich dazu, dein Verhalten und dein Denken zu überdenken und zu schauen, ob dich dein Verhalten und deine Gedanken auch wirklich dazu bringen, deine Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn du deine Aufmerksamkeit deinen Gefühlen widmest, kannst du zudem rausfinden, welche Gefühle du dir eingestehst und welche du nicht haben möchtest und somit unterdrückst und vermeidest. Gleichzeitig findest du heraus, welche Bedürfnisse noch nicht mal ansatzweise befriedigt werden. Kennst du aber auch diese Gefühle und Bedürfnisse, führt dich das am Ende dazu, dass du in der Lage bist, selbstbestimmt zu leben und nicht an deinen Bedürfnissen vorbei zu leben. Und das wiederum bringt dich zu psychischen Wohlbefinden.

Wieso ist das nun so schwierig mit den Gefühlen?

Wenn doch Gefühle so nützlich sind und uns zu unserer Zufriedenheit und zu unseren Wohlsein helfen können, was macht die Geschichte mit den Gefühlen so problematisch? Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen gibt es gesellschaftlichen Einflüsse, die zu bestimmten Vorstellungen führen, wie man mit Gefühlen umzugehen hat. Nehmen wir beispielsweise Männer. Der Klischee-Mann soll Stärke vermitteln und keine Schwäche zeigen (Vorsicht! Super Klischeehaft). Was aber, wenn er sich gerade nicht stark fühlt? Dann kommt er in einen Zwiespalt und versucht die Schwäche zu kompensieren, indem er sie beispielweise verdrängt. Die Gesellschaft kann also einen Einfluss darauf haben, wie du mit bestimmten Gefühlen umgehst.

Darüber hinaus sind die guten Gefühle, die für befriedigende Bedürfnisse stehen viel schöner, sodass man die am liebsten immer möchte. Gefühle wie Wut, Schmerz, Ärger oder Hass sind sind für die meisten unangenehme Gefühle, die viele nicht aushalten, regulieren oder haben möchten. Diese Gefühle deuten auf ein unbefriedigtes Bedürfnis hin. Das bedeutet, dass man sich für sein Bedürfnis einsetzen sollte. Man muss sich darum kümmern. Zum Beispiel Konflikte eingehen, sich etwas einfordern, sich abgrenzen, für sich sorgen. Voll anstrengend unter Umständen! Kann man nicht gut mit ihnen umgehen, dann ist die Bewältigungstrategie häufig sich mit Fernsehen, Essen oder im schlimmsten Fall Drogen abzulenken und das Gefühl und somit das Bedürfnis zu unterdrücken.

emotionen gefühle unterdrückt

Unterdrückst du nun deine Gefühle ein lange Zeit und das vielleicht auch noch ziemlich vehement, dann ignorierst du immer stärker, das, was du eigentlich brauchst. Und je stärker und länger du das ignorierst, desto deutlicher und heftiger werden deine Empfindungen und Gefühle. Langfristig wirst du unzufrieden und unglücklich. Unter Umständen verstehst du irgendwann auch gar nicht mehr warum, weil deine Gefühle und Bedürfnisse in den Tiefen deines Unterbewusstseins stecken und du keinen Zugriff mehr auf diese hast. Das bedeutet, dass du deine eigentlichen Bedürfnisse dann erstmal gar nicht mehr befriedigen kannst. Und um die Katastrophe zu Ende zu spielen, frustriert dich das dann. Du wirst antriebslos, freudlos und unmotiviert und verlierst den Sinn den Lebens. Es kann sogar so weit kommen, dass du in einer Depression oder anderen psychischen Erkrankungen landest.

An dieser Stelle sollte allerdings nochmal betont werden, dass es im Alltag häufig auch Sinn macht, seine Emotionen zu unterdrücken oder zurückzuhalten. Ein Beispiel dafür ist ein Bewerbungsgespräch oder bestimmte Arbeitsituationen. In solchen Situationen gilt es ein Stück weit zu funktionieren. Fängst du dann an zu weinen oder dich deinen Gefühlen hinzugeben, kann das letztendlich auch nicht zielführend sein. Wichtig ist also die Unterscheidung zwischen kurzfristig und langfristig unterdrückten Gefühlen.

Wie du erkennst, dass du Emotionen und Gefühle vermeidest und unterdrückst

Negative Emotionen signalisieren dir, dass deine Bedürfnisse nicht gestillt sind oder gar bedroht sind. Wir haben dir hierfür eine Liste an Emotionen zusammengestellt. Schau mal, ob du all die Gefühle kennst und nach empfinden kannst.

Du kannst auch überlegen welche Gefühle dir spontan einfallen. Welche Gefühle würdest du als positiv bewerten und welche als negativ? Mit welchen kannst du gut umgehen und welche sind dir sehr unangenehm und überfordern dich?

Gibt es Gefühle, welche sehr unangenehm sind und du hast bisher nicht gelernt, wie man mit diesen umgeht, dann kann es sein, dass du ungesunde Strategien entwickelt hast, um dich von diesen abzulenken und sie wegzuschieben. Beispiele für solche Strategien sind:

  • Rauchen, Alkohol, Drogen, Essen, Medikamente, Fernsehen, Internet, Handy, Feiern
  • Sich einzureden, dass es gar nicht so schlimm ist
  • Das man stark sein muss
  • Ständige Gesellschaft
  • Ständiges etwas zu unternehmen oder übermäßiger Sport

Diese Form von Ablenkung und Betäubung kann beispielsweise beim Meditieren oder bei den Achtsamkeitsübungen dazu führen, dass ein Unwohlsein aufkommt. Das hängt damit zusammen, dass bei diesen Übungen auf einmal ein Raum geschaffen wird, dass diese Gefühle, sich zeigen.

Greifst du also häufig zu den oben genannten Strategien, kann das ein Zeichen dafür sein, dass du bestimmte Gefühle schlecht aushalten kannst und vermeidest. Auch das Vermeiden von Langeweile und ständige Aktivität über längere Zeit kann darauf hindeuten.

Falls du Unterstützung brauchst im Umgang mit deinen Gefühlen und Emotionen, dann solltest du dir jetzt unser Online-Coaching Angebot ansehen. Wir helfen dir langfristig zufriedener mit dir und deinem Leben zu werden. Ganz egal ob du gerade unzufrieden in deinem Leben bist, auf der Stelle trittst, dich dich deine Gefühle und Emotionen oder innere selbstkritische Stimme in deinem Leben zurückhalten.

 

Gefühle sind die Hauptinformationsquelle über deine Bedürfnisse. Wir zeigen dir, warum sie wichtig sind und ob du sie unterdrückst.