Es passiert oft im Leben, dass man in Gedanken versinkt und nicht wirklich wahrnimmt, ob diese Gedanken nun hilfreich sind oder eher hinderlich. Das kann daran liegen, dass du deinen Gedanken erlaubst im “Autopilot Modus” abzulaufen. Wie wir des Öfteren schon geschrieben haben, bestimmen deine Gedanken, deine Realität. Deine Gedanken sind aber oft Erinnerungen aus der Vergangenheit und somit nicht immer up-to-date. Deswegen haben wir dir fünf Fragen zusammengestellt, die du dir selbst stellen kannst, sobald du wieder in negative Gedanken verfällst, die du so eigentlich gar nicht haben willst.

Zuerst deine Gedanken wahrnehmen

Bevor du deine Gedanken hinterfragen kannst, musst du sie erstmal wahrnehmen. Ein gutes Mittel dafür ist das Trainieren von Achtsamkeit. Egal ob in der Form von Achtsamkeitsmeditation oder Achtsamkeitsübungen, diese Fähigkeit kann dir helfen, dich von deinen Gedanken zu distanzieren, um sie so wahrzunehmen.

Du kannst Gedanken nämlich nicht stoppen und ihn manchmal nur in dem Augenblick, in dem der Gedanke kommt, wahrnehmen. Denn wenn er kommt, kann es gut sein, dass er so schnell wieder weg ist, wie er gekommen ist. Wenn du deine Gedanken aktiv wahrnimmst, wirst du also Zeuge, wie er an dir vorbeizieht. Im Gegenzug, wenn du an deinem Gedanken festhältst oder ihn versuchst, zu verdrängen, wird er wahrscheinlich länger bei dir bleiben und dich sozusagen verfolgen.

Stell es dir so vor, dass Gedanken kommen und gehen und du selbst das Fundament für deine Gedanken bist. Du bist wie der Himmel und deine Gedanken sind wie Wolken. Auch am Himmel ziehen Wolken vorüber, aber stören oder begrenzen sie die Weite des Himmels an sich? Nein, eher nicht. Sie schränken maximal deine Sicht ein.

Wenn du dir nun vorstellst, dich über die Wolken zu stellen, dann ist der Himmel auch für dich wieder unendlich weit. Er ist schlichtweg gleich wie vorher, ohne Veränderung. Das Einzige was sich verändert ist die Bewegung der Wolken. Und in diese Position bringt dich Achtsamkeit, in die Beobachterposition über deine Gedanken.

negative Gedanken Wolken
Du musst dich also nicht an deinen Gedanken festhalten. Egal ob gute oder schlechte Gedanken, sie kommen, aber sie gehen auch wieder. Du stehst über deinen Gedanken. Du bist nicht deine Gedanken!

Wenn du deine Gedanken wahrnehmen kannst und sie als negativ empfindest, dann haben wir nun 5 Fragen, die du dir beim nächsten mal stellen kannst.

1. Ist das was ich denke wirklich die Wahrheit?

Du hast täglich tausende Gedanken in deinem Kopf und die meisten davon wiederholen sich. Ein Großteil davon sind eher Erinnerungen. Weswegen es auch so wichtig ist, dir deiner Gedanken bewusst zu werden.Erinnerungen sind aber eben aus der Vergangenheit und deswegen, solltest du dich zuerst Fragen, ob das, was du da denkst, auch wirklich der Realität entspricht oder ob das ein alter Film ist.

Nehmen wir mal ein Beispiel zur Hand. Manchmal kommt mir der Gedanke in meinen Kopf, dass ich schlecht darin bin, mich mit Leuten zu unterhalten. Was soll ich bloß sagen? Hab ich überhaupt was zu sagen? Und dann stelle ich mir der Frage, ob das der Realität entspricht? Wahrscheinlich nicht. Genauso wie bei mir, wirst auch du fast täglich mit Leuten reden und das ohne große Probleme, einfach so. Der Gedanke an sich ist also nicht mehr aktuell. Es scheint eine “alte Angst” dahinter zu stecken und diese Angst ist aktuell nicht angemessen. So macht es wenig Sinn, sich in diesem Gedanken zu verfangen und deswegen Dinge abzusagen, nur um sich dieser aktuell nicht angemessenen Angst nicht zu stellen. Also frage dich beim nächsten Mal als erstes, ob der Gedanke überhaupt der Wahrheit und der Realität entspricht.

2. Kann ich aus dem Gedanken Kraft schöpfen oder entzieht er mir Energie?

Da Gedanken sowohl positiv als auch negativ sein können, haben sie natürlich auch einen positiven oder negativen Effekt auf dich. Deswegen macht es Sinn, dich selbst zu fragen, ob dein Gedanke dir nun eher gut tut oder ob er dich eher nach unten zieht. Deswegen sind vor allem negative Gedanken nicht unbedingt weiterzuverfolgen. Denn wenn der Großteil deiner Gedanken eher negativ sind, dann raubt dir dies den Großteil deiner Energie.

Wichtig ist allerdings, dass negative Gedanken nicht gleich schlecht sind. Wie alles im Leben haben auch negative Gedanken – vor allem in deiner Biografie – einen Sinn und sollen eben nicht komplett unterdrückt werden. Es geht eher darum, einen Umgang mit ihnen zu finden und die Balance zu halten und dich nicht mit ihnen zu identifizieren.

negative Gedanken Energie Mann mit Lampen

3. Welche schlechte Angewohnheit könnte ich aufgeben?

Oft führen schlechte Angewohnheiten zu negativen Gedanken. Das kann beispielsweise der übermäßige Konsum von Zucker, generell einer schlechten Ernährung oder mangelnder Selbstliebe sein. Eventuell machst du auch andere für die Dinge, die dir passieren, verantwortlich und es fehlt dir so an Eigenverantwortlichkeit. Wahrscheinlich kennst du selbst deine schlechte Angewohnheit am besten, die die Anzahl deiner negativen Gedanken in deinem Leben erhöht.

Jeder Mensch hat unterschiedliche Laster und schlechte Angewohnheiten. Oft führt der Verzicht von diesen schlechten Angewohnheiten zwar zu einer enormen Veränderung im Leben, die sich lohnen kann. Hinterfrage also beim nächsten mal einfach, woher der Gedanke eigentlich kommen könnte. Gibt es etwas, was du als Ursprung oder Auslöser ausmachen kannst? Und könntest du etwas dagegen machen?

4. Gibt es etwas, dem ich aus dem Weg gehe?

Wie bei der zweiten Frage schon angesprochen ist Verdrängung langfristig kein hilfreicher Weg im Umgang mit Gedanken und so vielem mehr. Deswegen hilft es, sich ab und an die Frage zu stellen, ob es irgendetwas gibt, das du in der Vergangenheit vergraben und seitdem nicht mehr ausgebuddelt hast. Es macht auch Sinn, das Vergrabene hervorzuholen und zu schauen, was du damit machen kannst.

Verdrängen und Vermeiden wird nämlich leider das Problem nicht lösen, sondern es auf Dauer nur noch schlimmer machen. Fast jeder schiebt irgendwelche Dinge in eine hintere tief verborgene Kammer des Gehirns. Bis es irgendwann kracht. Deswegen nimm dir aktiv Zeit, diese Dinge mal näher zu beleuchten.

Versuche also eventuelle Probleme hervorzuholen und zu lösen, bevor sie zu einem noch größerem Problem werden.

negative Gedanken Frau draussen

5. Wie kann ich die Erfahrung positiv nutzen?

Von jede Erfahrung in deinem Leben kannst du etwas lernen. Egal ob sie gut oder schlecht ist. Versuche also darauf zu achten, was du daraus lernen kannst. So können dir auch negative Gedanken helfen, etwas Positives daraus zu ziehen.

Versuche also beim nächsten Mal, dich nicht in das negative der Situation zu verlieren, sondern zu hinterfragen, was du daraus lernen kannst. Woher kommt der Gedanke eigentlich? Welchen Sinn hat er? Was kann ich davon lernen?

Viel Erfolg beim entdecken!

Wir hoffen, du konntest ein paar Denkanstöße mitnehmen und bist beim nächsten Mal nicht mehr ganz so gefangen in deinen negativen Gedanken. Beachte bitte, dass das Beobachten und Hinterfragen deiner Gedanken nicht so einfach ist, wie es hier klingt. Es gehört einiges an Übung dazu, in die bewertungsfreie Beobachterposition zu kommen. Also lass dich nicht abbringen und sei offen dir selbst gegenüber.

Falls du generell das Gefühl hast, du könntest mehr Positives dir selbst gegenüber in deinem Leben gebrauchen, dann haben wir hier einen perfekten Einstieg dafür mit unserem Guide zum Start in eine bessere Beziehung mit dir selbst.

Fünf Fragen, die du dir selbst stellen kannst, sobald du wieder in negative Gedanken verfällst, die du so eigentlich gar nicht haben willst.